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Bochum im Juli 2008
Liebe Mitglieder des cicuit, liebe Freundinnen und Freunde Italiens,
der cicuit wird in diesem Jahr 20 Jahre alt. Das genaue Gründungsdatum ist der 4. November 1988. An diesem Tag wurde die Idee engagierter Bochumer Bürger, im Geiste eines geeinten Europas eine deutsch-italienische Gesellschaft zu gründen, in die Tat umgesetzt. Der erste Vorstand bestand aus Heinrich Theilen, Rita Marcon-Grothausmann, Loredana Pampin und Maria Kleinhardt. Lange Jahre leitete dann Frau Marcon-Grothausmann die Gesellschaft, ehe sie im Jahre 2004 den Vorsitz an Inge Granica abgab. Der jetzige Vorstand grüßt Sie am Ende des Briefes. In diesen 20 Jahren hat der cicuit eine inzwischen unübersehbare Zahl von Veranstaltungen, die das deutsch-italienische Verhältnis verbessern und festigen sollten, angeboten und durchgeführt.
Wir legen Ihnen hier unser „Jubiläumsprogramm“ vor, das, wie wir meinen, für jeden Geschmack und jedes Interesse etwas enthält. Wir hoffen, dass Ihnen unser „Programmfeuerwerk“ gefällt, das Sie es mit vielen Besuchen würdigen und durch Ihre rege Teilnahme zum Gelingen der Ziele des cicuit beitragen.
Die offizielle Jubiläumsfeier ist am 26. Oktober, halten Sie sich unbedingt schon jetzt diesen Tag für den cicuit frei.
Das jüngste Kind des cicuit, der Gesprächskreis in italienischer Sprache, hat sich inzwischen mit Erfolg mehrfach getroffen. Interessenten melden sich bitte bei Gisela Kampmann, Telefon: 02327/73313.
Wir starten unser Herbstprogramm am Dienstag, 2. 9. um 1930 Uhr in der Evangelischen Stadtakademie mit italienischer Kunst. Dr. Frank Duwe, Kunst-wissenschaftler aus Bielefeld, hält einen Vortrag mit dem Titel „Geheimnisvolle Begegnungen – de Chirico und die Pittura Metafisica in der Moderne Italiens“. Giorgio de Chiricos mystisch-symbolgeladene Welten, die meist menschenleere Stadtlandschaften darstellen, vermitteln immer eine Atmosphäre voller Melancholie und Rätselhaftigkeit. Alberto Savinio, jüngerer Bruder de Chiricos und selbst Maler und Dichter, hat Überlegungen und theoretische Ansätze dazu formuliert. Mit dieser „metaphysischen Malerei“ werden wichtige Grundlagen für den späteren Surrealismus gelegt. Neben dem Futurismus leistete Italien hiermit seinen zweiten wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Kunst des 20. Jahrhunderts.
Weniger theoretisch geht es wieder bei einem Koch- und Schlemmerabend mit Tonio Abbruzzi zu. Die piemontesische und ligurische Küche stehen am Dienstag, 9. September, 1800 in der Annette-Schule auf dem Programm. Melden Sie sich rechtzeitig bei Klaus Geiß, Tel: 0234/2984731, an.
Wie ein Mikrokosmos spiegelt das kleine Dorf im Norden Roms die Prozesse wider, die in den Ländern Europas stattfinden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verließen viele Männer das Dorf und wanderten nach Amerika aus. Nach dem Krieg kamen Menschen aus dem verarmten Süden Italiens in das Umland von Rom Heute ziehen immer mehr Römer und Ausländer in das Dorf. Der Film „Ein Dorf in Europa“ ist eine Liebeserklärung an ein italienisches Dorf und seine Bewohner mit ihrer Geschichte und ihren Geschichten. Die Bewohner des Dorfes Mazzano Romano sind die Hauptdarsteller des Films. Donnerstag, 11. September, 1930 Uhr, Bochumer Kulturrat, Gerthe, Lothringer Str. 36c. Die beiden jungen Filmemacher Monika Nolte und Robert Krieg werden anwesend sein. Wir sind sicher, dass sich im Anschluss an den Film ein anregendes Gespräch entwickeln wird.
Hin und wieder, leider zu selten, haben wir auch Vorschläge zu Veranstaltungen aus unseren eigenen Reihen. Wir freuen uns, dass unser Mitglied Monika Buschey, Sonntag, 14. September, 1600 Uhr, in der Evangelischen Stadtakademie, Klinikstr. 20, „Maria Callas – La Divina“, die Königin der italienischen Oper zur Hauptperson macht. Monika Buschey, die für eine andere Arbeit schon mit dem Literaturpreis Ruhrgebiet ausgezeichnet wurde, nähert sich der Callas von zwei Seiten. Sie beschreibt Marias Ehe mit ihrem väterlichen Mentor Battista Meneghini und zeichnet ein Porträt der Sängerin, indem sie eine fiktive Figur von ihr erzählen lässt. Signora Bonfatti, Modemacherin aus Verona, schildert ihre Begegnung mit der prominentesten Kundin des Salons. Die Musik kommt auch nicht zu kurz. In der Pause und anschließend gibt es eine kleine Erfrischung.
Die italienische Küche wird von den meisten Deutschen sehr geliebt. War das schon immer so? Seit wann gibt es eine original italienische Kochkunst? Antworten auf diese und viele andere Fragen gibt am Freitag, 19. September, 2000 Uhr, in der Buchhandlung Janssen, Brüderstr. 3, Dr. Peter Peter. Dr. Peter ist der Autor des Buches „Die Kulturgeschichte der italienischen Küche“. Es enthält einen Überblick von der Antike bis in die Gegenwart und ist nicht nur außergewöhnlich kenntnisreich sondern auch wunderschön gemacht. Aus diesem Buch wird Dr. Peter lesen und frei vortragen. Dr. Peter ist Mitglied der deutschen Akademie für Kulinaristik, Dozent an der Univerisitả? Pollenzo/Colorno, sowie Restaurantkritiker der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Wir konnten also zu dem Thema „italienische Küche“ einen ausgewiesenen Experten gewinnen. Inzwischen ist von ihm auch das Pendant „Kulturgeschichte der deutschen Küche“ erschienen. Melden Sie sich rechtzeitig an bei Willi Köhne, Telefon: 0234/475972
Das Gute liegt oft so nahe. Von der Dorfkirche in Stiepel ist in diesem Jahr in Bochum ständig die Rede, die „Perle des Bochumer Nordens“ wollen wir jedoch am Sonnabend, 20. September um 1030 Uhr besuchen. Sie ist auch ca 1000 Jahre alt und „in einer Stadt, die nicht über die Maßen mit Baudenkmälern gesegnet ist, nimmt die St. Vinzentius-Kirche in Bochum-Harpen eine deutlich übergeordnete Stelle ein.“ Sie enthält neben vielen Kostbarkeiten aus verschiedenen Jahrhunderten, die oft gerühmten Bergmannsfenster aus dem Jahre 1942. Wir werden geführt von der außergewöhnlich gut mit der Kirchengeschichte vertrauten Frau Christel Eglinski, die die meisten von Ihnen als treue Helferin in der evangelischen Stadtakademie, kennen. Im Anschluss könnten wir noch einen Kaffee trinken. Anmeldungen bei W. Köhne: 0234/475972.
Im Veneto gibt es nicht nur Venedig. Stellen Sie sich vor, Sie haben ein paar Tage Zeit und reisen nach Padua. Entdecken Sie mit Daniela Crescenzio eine fast unbekannt Schönheit in der Poebene, die reich an Geschichte und Geschichten, Anekdoten, Heiligen und …Palmen ist. Machen Sie am Donnerstag, 16. Oktober, um 1930 Uhr, im Clubraum der Stadtbücherei Bochum, hinter dem Rathaus einen Spaziergang auf den Straßen auf denen früher Giotto, Dante, Galilei und auch Goethe unterwegs waren. Und natürlich vergisst Frau Crescenzio nicht dem „Schlampertoni“, „il Santo“, also der berühmten Basilika des heiligen Antonius einen Besuch abzustatten.
Der cicuit begeht sein 20 jähriges Bestehen
Sonntag, 26. Oktober, 1100 Uhr, in der Evangelischen Stadtakademie.
Sie sind herzlich eingeladen, dieses Ereignis zu feiern.
Ihre Teilnahme fest zugesagt haben bisher die Oberbürgermeisterin der Stadt Bochum, Frau Dr. Ottilie Scholz und der Vorsitzende des VDIG Cai Adrian Boesken. Als künstlerisches Rahmenprogramm erleben Sie die Aufführung einer Hommage für Anna Magnani, die in diesem Jahr hundert Jahre alt geworden wäre. „Ciao Anna“ ist der Titel der szenischen Lesung mit Live-Musik und Bildern, die Ute Maria Lerner und die neapolitanische Sängerin Rachelina mit ihren Musikern aufführen. Die kunstvolle Erinnerung an die große italienische Schauspielerin war auch schon einmal Inhalt des WDR-Hörfunkprogramms und wird demnächst in verschiedenen italienischen Kulturinstituten in Deutschland aufgeführt.
Natürlich ist auch für Ihr leibliches Wohl gesorgt. Gegen einen Unkostenbeitrag von 20,-€ erleben Sie ein rundes Programm und können am Büffet teilnehmen.
Seit einigen Monaten befindet sich der Titel „Italienisch - die schöne Tochter des Latein – 23 Glossen über die Sprache und die sie sprechen“ im Kulturforum auf der Homepage des cicuit. Wir haben nun für Dienstag, 4. November, 1930 Uhr den Autor Dr. Ottheinrich Hestermann eingeladen. Herr Hestermann wird im Matthäushaus, Matthäushaus Str, 5, aus seinem Buch lesen. Er arbeitete als Lektor an der Universität Venedig und leitete lange Zeit die deutsch-italienische Gesellschaft in Oldenburg. Der Autor ist vielfacher Publizist und Referent für italienische Themen. Das Buch ist kein Lehrbuch der italienischen Sprache, sondern versteht sich als eine Anleitung zum tieferen Verständnis des Italienischen, des Landes Italien und des italienischen Lebens. Die 23 Kapitel sind unterhaltsam und immer fundiert. Es wird sicher nicht nur unseren „Sprachstudenten“ Spaß machen, Herrn Hestermann zuzuhören und mit ihm zu sprechen.
Am Freitag, den 14. November, 19 /30 Uhr, im Matthäushaus, Matthäushausstr. 5 geht es um Musik.
Wir wollen wir an den großen italienischen Komponisten erinnern.
"Happy Birthday, Maestro", ist der Titel eines Multimediavortrages zum 150. Geburtstag des italienischen Komponisten Puccini. Aus diesem Anlass spricht Sabine Sonntag, Opernregisseurin, Autorin und Hochschullehrerin aus Hannover über Leben und Werk Giacomo Puccinis.
Der Vortrag mit vielen Filmausschnitten und Musikbeispielen entführt in Puccinis Heimat, die Toskana und stellt bekannte Werke wie "La Boheme" und "Tosca" ebenso vor wie die weniger oft gespielten Opern "das Mädchen aus dem goldenen Westen" und "Der Mantel".
Sabine Sonntag war im Sommer 2008 wieder einmal in Puccinis Geburtsort Lucca. Von dort und vom See Massaciucolli, wo die Villa des Komponisten steht, wird sie zahlreiche Fotos zeigen und über die Aktuelle Situation rund um Puccini berichten.
Wer Mittelitalien bereist, stößt immer wieder auf Zeugnisse der Etrusker. Eine der bedeutendsten Fundstätten liegt bei Tarquinia. Frau Dr. Cornelia Weber-Lehmann, die Leiterin des Antikenmuseums der Ruhruniversität, hat sich viele Jahre insbe-sondere mit der etruskischen Malerei von Tarquinia beschäftigt. Wir freuen uns, dass sie unter dem Titel „Die Malerei der Etrusker: der lange Weg von der Typologie zur Deutung“ ihre Forschung und deren Ergebnisse vorstellt. Als in den 60er Jahren in Tarquinia durch den Einsatz geophysikalischer Methoden mehrere hundert Kammergräber entdeckt wurden, stellte das die Erforschung der etruski-schen Malerei auf eine völlig neue Basis. Ein Dissertationsthema, das damals Prof. Bernhard Andreae vergab, hat sie bis heute nicht mehr losgelassen. Sie entdeckte wichtige Archivmaterialien zur Rezeption der Etrusker aus dem 19. Jahrhundert und leitete über lange Jahre ein eigenes Forschungsobjekt am Ort in Tarquinia. Wir können also an diesem Abend Archäologie live erleben. Mittwoch, 19. November, 1930 Uhr, Clubraum der Stadtbücherei, hinter dem Rathaus.
La cucina della Campania e di Napoli, dieses Thema, das wir nicht übersetzen müssen, hat sich Tonio Abruzzi für Dienstag, 25. November, 1800 Uhr, Annette-Schule vorgenommen. Wie immer können die Teilnehmer viel lernen und gut essen. Anmeldungen bitte rechtzeitig bei Klaus Geiß, Telefon: 0234/2984731
„Diese stumpfen, kegelförmigen, eng gedrängten Säulenmassen...“. Wissen Sie, wer das geschrieben hat und was gemeint ist? Nach dem Vortrag von Professor Norbert Miller über „Die Entdeckung der dorischen Tempel in Paestum“ ist Ihr Informationsstand über die ersten 100 Jahre nach der „Entdeckung“ der Tempel von Paestum ein neuer und umfassender. Nachdem die Tempel um 1745 wieder in das Bewusstsein gehoben wurden, denn sie standen ja schon über 2000 Jahre an dieser Stelle, setzte ein Run von Architekten, Künstlern und Schriftstellern zu diesem Ort ein. Griechenland, griechische Architektur waren die Zauberworte. Seltsamerweise sahen, zeichneten und malten die Maler und Architekten griechische Tempel so wie sie sie sich vorstellten, aber lange Zeit sahen sie nicht die Tempel, die dort standen. Dieses Rätsel löst Professor Miller, der unter anderem Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ist, am Donnerstag, 27. November, 1930 Uhr, Evangelische Stadtakademie, Klinikstr. 20.
In der Erinnerung hat man das Gefühl, dass in den 50er und 60er Jahren jeder zweite deutsche Schlager von Italien handelte. Viele dieser Lieder hatten italienische Vorbilder. Doch hatten die italienischen Texte mit den deutschen Schnulzen jener Zeit gar nichts zu tun. Diesem Phänomen ist Professor Gerald Bernhard von der Ruhruniversität, der auch Mitglied im cicuit ist, nachgegangen. Mit vielen Musikbeispielen zeigt Herr Bernhard diese Diskrepanz in seinem sehr unterhaltsamen Vortrag „Mehr als sole und mare“ am Donnerstag, 4. Dezember, 1930 Uhr, Bochumer Kulturrat, Gerthe, Lothringer Str. 36c, auf. Wir werden zum Ausklang des Jahres unterhaltsam belehrt. Sicher ergibt sich die Gelegenheit, bei Musik und einer kleinen Erfrischung, das Jubiläumsprogramm anschließend noch Revue passieren zu lassen.
Liebe Freunde, benutzen Sie die wieder beigelegten cicuit- Aufkleber in Ihren Kalendern als Erinnerungsstütze und rufen Sie den Vorstand an, wenn Sie weitere Informationen brauchen.
Übrigens sind wir sicher, dass noch einige cicuit- Mitglieder nicht Bezieher unserer Newsletter sind. Auf unserer Homepage (cicuit.de), die z.B. immer Fernsehtipps von Herrn Dittert enthält, ist die Anmeldung ganz einfach.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihnen das Programm gefällt und Sie es schaffen, einige der Veranstaltungen zu besuchen.
Cordiali Saluti Gabriele Schwarz, Gisela Kampmann,
Gilda Voßnacke, Klaus Geiß, Willi Köhne.
P.S.: Die Reise in die Ciociaria im Mai 2009 (südliches Latium) hat zwar inzwischen etwa 10 Interessenten, aber für eine reine cicuit- Gruppe brauchen wir noch mindestens 10 weitere reiselustige Leute. Wer noch Informationen benötigt, ruft bei W. Köhne 0234/475972 an.
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